Ein Aufsatz über den Begriff der Information als Baustein des Universums

  1. Habe nun, ach! Philosophie, Juristerey und Medicin, Und leider auch Theologie! Durchaus studirt, mit heißem Bemühn. Da steh’ ich nun, ich armer Thor! Und bin so klug als wie zuvor; Heiße Magister, heiße Doctor gar, Und ziehe schon an die zehen Jahr, Herauf, herab und quer und krumm, Meine Schüler an der Nase herum –
Und sehe, daß wir nichts wissen können!

Vielleicht doch!

Die Frage, die Goehte’s Faust stellte, konnte die Menschheit in den letzten 100 Jahren zumindest teilweise beantworten. Die Entstehung des Universums,

Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,

dieser Frage haben sich Physik und Mathematik durchaus genähert. Eine Theorie zur Entstehung „von allem“ ist der Urknall. Sie besagt, dass das Universum aus einer Singularität entstanden ist, aus einem minimalsten Punkt, einem Punkt mit unglaublich hoher Dichte. Er enthielt die gesamte Materie und Energie des Universums und noch etwas, was wir heute hinzufügen wollen. Bei extrem hoher Temperatur begann vor rund 13,7 Milliarden Jahren aus diesem Punkt heraus eine Expansion. Die Entwicklung des Universums hatte ihren Lauf genommen – und sie hält an. „Ein Aufsatz über den Begriff der Information als Baustein des Universums“ weiterlesen

Profiling mit predictive policing

Der Begriff „predictive policing“ bezeichnet eine Überwachung bestimmter Flächen auf der Landkarte in der Zukunft mit Daten aus Gegenwart und Vergangenheit. Forcasts (Prognosen, Vorhersagen) können mittlerweile (Stand Sommer 2015) mit guter Präzision (Trefferquoten von 80-90% sind durchschnittlich zu erwarten) getroffen werden, predictive policing entwickelt sich international zum Standard bei der Beurteilung von Lagen der Polizei und der Steuerung von Personal- und Einsatzmitteln.

Aber können die mathematischen Ansätze des predictive policing auch nützlich sein für Profiler? „Profiling mit predictive policing“ weiterlesen

BND Skandal – Eikonal :: die Datensammlung

Über das Projekt Eikonal beteiligte sich der Bundesnachrichtendienst an der Ausspähung deutscher sowie westeuropäischer Interessen und Firmendaten, mit dem der BND jahrelang einen Frankfurter Netzknoten der Deutschen Telekom ausspionierte und ausgewertete Daten an die NSA weitergab. Dass dabei Daten von Bundesbürgern und deutschen Firmen rechtswidrig in die USA gelangten und dort zu Zwecken der Wirtschaftsspionage verwandt wurden, nahm die Bundesregierung in Kauf.

Der wegeconBLOG wendet sich mit diesem Beitrag inhaltlich gegen keine deutsche oder ausländische Regierung oder Behörde. Es geht einfach um eine einzige Feststellung:

Daten, die vorhanden sind, werden benutzt werden.

Jede Datensammlung weckt Begehrlichkeiten. Nahezu jede bestehehnde Datensammlung ist mißbraucht worden oder es gibt Bestrebungen, diese illegal oder kriminell zu benutzten. Prominentes Beispiel sind die Daten der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland, die es bis 2010 gab. Die Daten wurden nicht zur Aufklärung schwerster Straftaten benutzt sondern ganz überwiegend zur Verfolgung zivilrechtlicher Streitigkeiten und bildeten bald die Datenbasis für das „Profitcenter Abmahnindustrie“.

Was alle Verantwortlichenaus dem neuerlichen BND-Skandal vor allem lernen sollte:

Wir dürfen Datensammlungen, die über den eigenen Zweck hinausgehen, nie mehr entstehen lassen.

Quelle: AudioVisual Department of the European Parliament

predictive policing – forecasts by quantum physics? (Part 1)

Deutsche Version: predictive policing – Prognosen durch Quantenphysik? (Teil 1)

The future is directly dependent on past events.

Why is that? Easy to explain are phenomena that relate to the knock-on effects (most similar sequence of events, each of which is single at the same time cause the following and all go back to a single initial event) or chain reactions. It becomes more complicated if singular, random, independent of each other events seem to be related. This does not apply: A -> B, B -> C, C -> D, etc. Nevertheless, even those events in advance can be calculated.

„predictive policing – forecasts by quantum physics? (Part 1)“ weiterlesen

predictive policing – eine Gefahr für die Freiheit? (Teil 2)

predictive policing heißt so viel wie „vorbeugende Überwachung“. Behörden wollen sich in die Lage versetzen, den Verbrechensort vor der Tat zu erkennen und den Verbrechern so zuvorkommen – mit Hilfe von Daten,  Technik und Algorithmen.

„Jeden Tag produzieren wir 2,5 Trillionen Bytes an Daten. Nutzen Sie die Chancen von Big Data“, warb IBM mit einer Banner-Kampagne für sein Webanalyseprodukt. Mithilfe von Big Data lasse sich die Relevanz von Online-Marketingmaßnahmen erhöhen, und Werbebudgets effizienter einsetzen da man das Kundenverhalten voraussagen könne. Wisse man vorher, wie sich Kunden orientieren, könne man dieser besser bedienen, besser im Sinne den eignen Produktes beeinflussen. Doch gilt ähnliches für predictive policing? Welche Daten bräuchte man? „predictive policing – eine Gefahr für die Freiheit? (Teil 2)“ weiterlesen

predictive policing – Prognosen durch Quantenphysik? (Teil 1)

Die Zukunft ist unmittelbar abhängig von Ereignissen der Vergangenheit  (Zukunftsmanifestationen aus Big Data Analysen).

Warum ist das so? Einfach zu erklären sind Phänomene, die sich auf Dominoeffekte (Abfolge meist ähnlicher Ereignisse, von denen jedes einzelne zugleich Ursache des folgenden ist und die alle auf ein einzelnes Anfangsereignis zurückgehen) oder Kettenreaktionen beziehen.  Komplizierter wird es, wenn singuläre, zufällige, von einander unabhängige Ereignisse zusammenzuhängen scheinen. Hier gilt nicht: A -> B, B -> C, C -> D, usw. Trotzdem lassen sich auch solche Ereignisse im Voraus berechnen. „predictive policing – Prognosen durch Quantenphysik? (Teil 1)“ weiterlesen

Fakten zur #VDS

Vorratsdatenspeicherung soll in Deutschland wieder Einzug halten. Der wegeconBLOG listet hier die Fakten zum Thema:

„Was hatte die Vorratsdatenspeicherung bisher gebracht“. 

  • In keinem Fall konnte mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung ein Fall der Schwerstkriminalität, zum Beispiel ein terroristischer Anschlag, verhindert werden.
  • In 99% wurden Daten für Verfahren in Zusammenhang mit dem Urheberrecht bzw. für Abmahnverfahren , in vielen Fällen von dubiosen auf der Abmahnwelle surfenden Anwaltskanzleien, angefordert.
  • Metadaten (auf die die Vorratsdatenspeicherung abzielt), lassen sich leicht Personen zuordnen:Forscher der Stanford University sahen sich Metadaten und was sie über uns verraten, genauer an. Das Ergebnis verblüffte selbst die Wissenschaftler.  Die Versuchsanordnung war simpel. Einem Kreis von nur 546 Probanden erhielt für fünf Monate eine Smartphone App mit üblicher Software, die in der Lage ist, genau die Verbindungs-, Standort- und Kurznachrichtendaten zu speichern und diese Daten an den Anbieter, die NSA oder sonst wen zu schicken. Darüber hinaus hatten die Forscher Zugriff auf den Facebook Account der Probanden.Sehr einfach fanden die Forscher
    • Lebensgefährten und
    • Religionszugehörigkeiten

    sowie die für Big Data Anwendungen äußerst wichtige Tatsache heraus, dass alle Teilnehmer, egal, ob sie sich gegenseitig kannten oder nicht, über höchstens vier Kontakte miteinander in Verbindung standen.

    • angeblich anonyme Nummern konnten ihren Besitzern ohne Geheimdienst-Ressourcen zugeordnet werden
    • ein Viertel der gewählten Rufnummern ließ sich sofort automatisch zuordnen, eine Stunde später hatte man drei Viertel der Anschlussteilnehmer
    • mit der kostenpflichtigen Suchmaschine Intelius: 91 % eindeutig identifizierter AnschlüsseDie Metadaten ließen personifizierbare Rückschlüsse auf:
    • Geschlechtskrankheiten
    •  außereheliche Affären (das soll man ja auch nicht machen)
    • Waffenbesitz
    • Drogenhandel
    • Scheidungen
    • Suchtproblematiken
    • politische Ansichten und Parteizugehörigkeiten
    • Abtreibungen
    • schwere Einzelschicksale (die die Forscher nicht verifizierten)
    • Gewerkschaftliche Tätigkeiten und Meinungen

    Die Erkenntnisse der Forscher sind jederzeit reproduzierbar und verifizierbar. Sie werden von Jonathan Mayer, Center for International Security and Cooperation der Standford Uni, als „unambiguously sensitive“ (eindeutig sensibel) beschrieben und lassen nur einen Schluss zu:

    Allein durch die Speicherung und Verarbeitung von Metadaten ist eine fast lückenlose Überwachung der Bevölkerung gegeben.

    Und: Auch ohne ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung werden Personalien zu IPs erfasst und herausgegeben: Die deutsche Telekom hat übrigens ihren Transparentbericht für das Jahr 2013 veröffentlicht: „Im Rahmen der zivilgerichtlichen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen wurden in insgesamt 946.641 Fällen die Inhaber von IP-Adressen auf Basis von § 101 UrhG beauskunftet.

krokusse

Warum wissen andere, wo ich schon war?

Wir zeigen Dir Leute, denen Du an Deinen Lieblingsorten bereits begegnet sein könntest.

So wirbt das soziale Freundschaft- und Datingnetzwerk Badoo  (238.943.254 Mitglieder mit 46 Sprachen in 190 Ländern, über 250 Beschäftigte).

Aber wie geht das?

Benutzt man ein Mobiltelefon, ein Smartphone oder ein Tablet im Mobilfunknetz, dem Global System for Mobile Communications (GSM), ist es über die Daten der übertragenen Funkmasten permanent zu orten, das Gerät selbst empfängt Angaben zum Längen- und Breitengrad und weiß damit selbst, wo es sich befindet. Diese Daten kann man dann wiederum mit einer App auslesen und in der App oder auf einem Server speichern. Speichert man die Standortdaten dauerhaft, ergibt sich ein sehr genaues Bewegungsprofil.

Gleicht man nun diese Standortdaten mit den Standorten anderer User ab, kann man diesen mitteilen, wer von den anderen Nutzern sich bereits an diesem Ort befand.

Über die IP-Adresse eines Desktop-PC lässt sich zumindest ungefähr der Standort ermitteln. Wer’s mit dem PC ausprobieren will, kann es hier tun:  Geolokalisierung .

Soviel zu den Fakten. Badoo über Badoo: „Badoo gibt Dir die Möglichkeit, mit Deinen Freunden und neu gefundenen Bekanntschaften in Kontakt zu bleiben, egal wo Du Dich gerade aufhältst. Du kannst anderen Nutzern Deinen Standort über Dein mobiles Gerät oder ein Programm auf Deinem Computer mitteilen.“

Quelle: Badoo

 

In seiner Datenschutzerklärung weist Badoo unmissverständlich auf die Speicherung der Geodaten hin: „Wenn Du Dein mobiles Gerät oder Badoo Desktop benutzt, speichern wir Informationen wie Deinen WiFi-Zugang, sowie Längen- und Breitengrad Deines Aufenthaltsortes. Diese Daten stellen Deinen aktuellen Standort fest und macht es uns möglich, diese Informationen anderen Nutzern zugänglich zu machen, die Dich dann in ihrer Umgebungssuche finden können.“

Und: Badoo teilt aggregierte Informationen, einschließlich persönlicher Daten, sowie weitere erfasste Daten mit Drittparteien zu Zwecken der Marktanalyse, demographischem Profiling und um gezielte Werbung für andere Produkte und Serviceleistungen anbieten zu können. Badoo meint damit, Informationen über die User werden anonymisiert weitergegeben.

„Aggregierte Informationen“ meint die Zusammenfassung von Daten nach mathematisch-statistischen Methoden. Die Daten lassen so -zunächst- keinen Rückschluss auf die Identität (Name, Username usw.) des Benutzers zu. Bei riesigen Datenmengen (Stichwort: Big Data) besteht jedoch die Möglichkeit der Re-Anonymisierung und damit des Missbrauchs. Die Standortdaten könnten dann wieder bestimmten Personen zugeordnet werden. Hat man dazu noch die Möglichkeit, weitere Daten mit der aus der Anonymität geholten Person zu verknüpfen, liegt deren gesamtes Leben und Verhalten offen vor den Analysten.

Aus wirtschaftlicher Sicht hat die Re-Anonymisierung von Daten gewaltige Vorteile:

  • Bewertung potentieller Kunden
  • personalisierte Werbung
  • Einschätzung der Kreditwürdigkeit (Score-Wert)
  • sollte man der Person eine Wohnung vermieten
  • Risikobewertung für Versicherungen

Dieser Blog will nicht suggerieren, dass Badoo eine Re-Anonymisierung seiner Userdaten in Betracht zieht oder Pläne in dieser Richtug hat, in Anbetracht der Sensibilität der Standortdaten gilt jedoch ein großes

ABER:
Re-Anonymisierung großer Datenmengen ist möglich.

Quelle: Badoo, PC Welt

Twitter „Datenschutz“ Richtlinie geändert

Datenschutzbestimmungen, quasi das Kleingedruckte der Internetgemeinde, liest keiner gern. Wer’s genau wissen will, kann sich unsere Zitatesammlung zu Gemüte führen:

Twitter hat seine Datenschutzrichtlinie geändert. Wesentlicher Grund für die Änderung ist eine Neuausrichtung von Twitter, man versucht sich als Onlinehändler. Twitter User sollen innerhalb der Twitter App bzw. der Twitter Website Einkaufen können, ohne Twitter zu verlassen.

 Dabei warnt Twitter stellenweise von sich selbst:

„So werden etwa Ihre öffentlichen Nutzerprofilangaben und Ihre öffentlichen Tweets unverzüglich per SMS und über unsere APIs an unsere Partner und andere Dritte gesendet. Dazu gehören etwa Suchmaschinen, Entwickler und Herausgeber, die Twitter Inhalte in ihre Dienste integriert haben, sowie Einrichtungen, die diese Informationen für Trendanalysen und Untersuchungen verwenden, wie Universitäten und Behörden aus dem Gesundheitswesen. Wenn Sie über die Dienste Informationen oder Inhalte wie beispielsweise Fotos, Videos und Links teilen, sollten Sie sich gut überlegen, was Sie veröffentlichen möchten.“

Links: „Twitter kann durch Weiterleitung von Klicks oder auf andere Art und Weise nachverfolgen, wie Sie mit den Links innerhalb unserer Dienste sowie in unseren E-Mail-Mitteilungen, in den Diensten von Drittanbietern und in Client-Applikationen interagieren.“

„Wir können Ihren Standort auch anhand von anderen Daten Ihres Geräts bestimmen …“

Falls gegen Twitter ein Insolvenzverfahren eröffnet wird oder Twitter an einem Unternehmenszusammenschluss, einer Übernahme, einer Umstrukturierung oder einem Verkauf der Vermögenswerte beteiligt ist, können Ihre Daten im Rahmen einer solchen Transaktion verkauft oder übertragen werden

Wir sind befugt, Ihre nicht privaten, erfassten oder sonstigen nicht personenbezogenen Daten weiterzugeben oder offenzulegen, nachdem wir zuvor personenbezogene Informationen (wie Name und Kontaktdaten) entfernt haben. Dazu gehören beispielsweise Ihre öffentlichen Nutzerprofildaten, öffentliche Tweets, die Personen, denen Sie folgen oder die Ihnen folgen, die Anzahl der Nutzer, die auf einen bestimmten Link geklickt haben (auch bei nur einem Nutzer), oder Berichte an Werbekunden über bestimmte Nutzer, die Annoncen dieser Werbekunden angesehen oder angeklickt haben. 

wegecon:
Warum derartige Daten „nicht personenbezogen“ sollen seien, erschließt sich diesem BLOG nicht. Mit wenigen Verknüpfungenkann man auf den Urheber, die Person des Twitter Users zurückschliessen als ob man den Namen von Anfang an hätte.

Fazit:
Twitter verhält sich mit seinen Datenschutzbestimmungen ähnlich wie andere Kommunikationsanbieter im Rahmen der allgmein geltenden Gesetze. Mit Persönlichkeitsschutz, dem Schutz der personenbezogenen Informationen haben diese Bestimmungen nur am Rande zu tun. Mit der neuen EU Datenschutzrichtlinie wird sich daran nicht viel ändern.

Quelle: Twitter 

Big Data vs. Demokratie

Techechnologien können Einfluß auf Gesellschaftssysteme haben. Neue, eruptive und skalierbare Technologien verändern Gesellschaften im Regelfall grundlegend. Einige Technologien haben das Zeug dazu, bestehende Gesellschaftssysteme zu verändern. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Einfluss von Big Data auf freiheitliche Demokratien.

Eine Demokratie wie wir sie kennen ist eine auf einer Verfassung, die allen Bürgern allgemeine und politische Rechte garantiert, basierende Staatsform mit freien Wahlen und unabhängigen Gerichten. Wesentlich für die Demokratie ist, dass die Bürger ihr Recht auf Meinungsfreiheit und Privatspäre wahrnehmen können. Nur so kann innerhalb der demokratischen Gesellschaft ein demokratisch legetimierter Meinungsbildungsprozess stattfinden. Störungen im Meinungsbildungsprozess führen unmittelbar zu Störungen im demokratischen Staatswesen, unfrei gebildete „Meinungen“ beeinträchtigen die Legitimität der Volksvertreter, in Deutschland zB der Bundestagsabgeordneten, da die Wahlgrundsätze verletzt sind, wenn der Meinungsbildungsprozeß gestört ist. Wird die Privatsphäre der Bürger überwacht oder kennt jemandschon vorher Ergebnisse von Meinungsbildungsprozessen, Wahlen, Entscheidungen, poltischen Diskussionen usw. ist eine freiheitliche Demokratie im Kern gefährdet, alle Gewalt geht dann nicht mehr vom Volke aus sondern von jenen, die auf Bürger- und Menschenrechte sowie demoktratische Prozesse eingewirkt haben.

Ob nun etwa ein selbstherrlicher Landesfürst absichtlich und aus selbstherrlichen Gründen die demokratischen Bürgerrechte negiert oder sich Gefährdung oder Abschaffung der Demokratie letztlich als Zufallsprodukt einer technisch-mathematischen Entwicklung ergeben, ist für das Ergebnis egal:

Demokratie  und Menschrechte werden eingeschränkt.

Und hier setzt die Big Data Problematik ein: quasi als Zufallsprodukt hat sich Big Data als Risiko für die Demokratien entwickelt, als Risiko für alle, die in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leben wollen.

Nehmen wir ein tatsächliches, reales Beispiel aus der Welt der Geheimdienste:

gchq und  fb

Der britische Geheimdienst überwacht Facebook Nutzer mindestens seit 2011. Davon gibt es alleine in Deutschland 27,38 Millionen (Stand Jan. 2014, Quelle: Statista). Wenn auch jeder weiß, dass man über Facebook keine Vertraulichkeit genießt, geht doch wohl niemand davon aus, systematisch überwacht zu werden. „Überwachen“ in diesem Sinne heißt hier nicht nur, dass mitgelesen und mitgespeichert wird.  „Überwachen“ bedeutet vielmehr,

  • persönliche Daten detailliert auszuwerten und zu erfassen
  • das Leben des Nutzer als (mathematisches) Muster darzustellen
  • Verbindungen zu anderen Menschen zu dokumentieren
  • die Mediennutzung des/der Facebookuser zu überwachen

Selbst die Daten nicht mehr aktivierter Facebook Accounts werden nachträglich aufgrund von Schwächen in Facebook’s Sicherheitsarchitektur erfasst.
(Quelle: GCHQ via E. Snowden vom 14.3.2011)snowden_gchq_fb)

Wer sich durch diese Überwachung in seiner Denkweise, in seiner Ausdruckweise, bei Sprechen, beim Lesen im Internet oder beim Posten via Facebook nicht beeinflussen? Es dürfte unstrittig sein, dass allein schon diese Art der Überwachung den Meinungsbildungsprozess weiter Gesellschaftskreise beeinflusst. Und dabei ist die Big Data Problematik durch die Facebook-Datensammlung beim GCHQ höchstens gestreift. Big Data Analysen werden in Wirtschaft, Forschung, Medizin, bei Versicherungen und vielen weiteren Institutionen und Organisationen als Tool genutzt.  Selbst Anwender, die es nicht darauf anlegen, jemanden auszuspionieren, erfahren dabei quasi ungewollt als „Abfallprodukt“ alles nur Erdenkliche über privateste Angelegenheiten ihrer Mitmenschen.

Big Data gefährdet die Informationelle Selbstbestimmung, jegliche Privatsphäre, das Recht auf Meinungsfreiheit und Meinungsbildung, indem es die Bürger, die Gesellschaft wie den Einzelnen total kontrolliert.

Big Data: totale Kontrolle

Big Data, die Verknüpfung riesiger Datenbestände zu noch gigantischeren Datenbständen ist erst seit wenigen Jahren technisch möglich, wirklich große Datenmengen fallen erst seit dem Jahr 2010 an:

2010: 1227 Exabit weltweit
2012: 2837 Exabit weltweit
Prognosen:
2015: 8591 Exabit weltweit
2020: 40026 Exabit weltweit
(Datenvolumen verdoppelt sich alle zwei Jahre
1 Exabit = 909494 Terrabit oder 931.322.574,6154785 Gigabit )

Die Macht der Algorhythmen läßt (Verhaltens-)Muster jedes Einzelnen von uns erkennen, durchleuchten und unser zukünftiges Verhalten vorhersagen. Und dies selbst für Menschen, die noch nie einen Computer oder einSmartphone besessen haben. Menschliches wird ist nicht nur vorhersagbar, es und damit wir sind in einer Matrix darstellbar, wobei die Matrix keinen Zeitpunkt in der Gegenwart oder Vergangenheit zeigen muss. So sicher, wie unser gegenwärtiges oder vergangenes Verhalten dokumentierbar ist, kann unser zukünftiges Verhalten berechnet werden.

In der Konsequenz bedeutet dies:

Abschaffung der Wahlen und damit Abschaffung der Demokratie

Demokratie vs. Big Data gewinnt Big Data, wenn die verantwortlichen Demokraten in allen Ländern jetzt nicht handeln und ein Regelwerk für die Nutzung und Anwendung von Big Data schaffen.

rhodo

Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“