Islamische Angriffe: worauf genau muss Europa reagieren?

Im nordfranzösischen Städtchen Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen schnitten heute zwei Angreifer einem Priester während der Messe den Kopf ab. Mehrere Gottesdienstteilnehmer wurden verletzt. Die Angreifer wurden von der Polizei erschossen. (Twitter vorab 10.45) . Angreifer riefen: ISIS, Hollande: Terrorakt. (13.45)

Ansbach, WürzburgParis, Bangladesh, Köln, Istanbul, Hannover, Bagdad, Mossul

Terror, Angriff auf Brüssel, Terroristen greifen Brüssel an – so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen am Tag nach mehreren Bombenexplosionen und mindestens 34 Toten sowie 230 Verletzen in der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Dieser Blog-Beitrag widmet sich einer einzigen Frage: worauf genau muss Europa reagieren? 

Mord und Terror, ist doch einfach, mag man auf den ersten Blick meinen. Es sind Menschen umgebracht worden, das steht fest. Fest steht aber auch noch mehr und so wollen wir einen nüchternen Blick auf die weltpolitischen Fakten werfen:

  • Mehrere Staaten der Europäischen Union führen seit Ende Dezember 2015 einen unerklärten Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (Daesh). Der wegeconBLOG hätte eine vorherige Kriegserklärung begrüßt – rechtlich ist allerdings umstritten, ob es sich bei dem „Islamischen Staat“ um ein Staatsgebilde im völkerrechtlichen Sinne handelt. Fakt bleibt, dass die Führer des selbsternannten IS die Handlungen der Europäer als kriegerische Handlung begreifen müssen.
  • Alle in der Presse als Terrorakt bezeichneten Angriffe des IS auf Europa -Paris -Istanbul -Brüssel und andere können als intelligent und durchdacht bezeichnet werden.
  • ein (aus Sicht des IS) Gegenschlag gegen die Anti-IS Koalition erfolgte
  • es wird auf den Kriegseintritt mehrerer Staaten reagiert
  • die Möglichkeiten des IS sind auf asymmetrische Angriffe begrenzt, er verfügt über keine Flugzeuge, die den Krieg analog den Einsätzen im 2. Weltkrieg in Feindesland tragen können.
  • der Entschluss zum Partisanenkrieg war folgerichtig, zumal:
  • in der vorhandenen und in der illegal eingedrungenen islamischen Bevölkerung besitzt der IS strategische Rückzugsgebiete, die ihm erst den Partisanenkrieg ermöglichen.
  • durch den Wegfall jeglicher Sicherheit seit September 2015, gekennzeichnet durch den Verzicht auf die Anwendung geltenden Grundrechts und innereuropäischen Vertragsrechts gelang es dem IS spielend, abertausende Kämpfer in Europa einsickern zu lassen, die häufig sogar von dem erklärten Feind noch freiwillig ernährt werden
  • die laxe Vergabe von Pässen an Personen, die zweifelsfrei nicht dem hiesigen Kulturkreis angehören hatte zur Folge, dass Kämpfer vom Staat nahezu unbehelligt in ihr Kampfgebiet und zurück reisen können
  • Den Großteil einer Armee macht immer der Troß aus, der die kämpfende Truppe logistisch unterstützt und versorgt. Er ist kriegsrechtlich Teil der kämpfenden Truppe – nach den Regeln des Strafrechts wären diese kriegsentscheidenden Kräfte rechtstheoretisch im Status der „Beihilfe“ oder der „Unbeteiligten“.

Es handelt sich zweifellos um Krieg, genauer gesagt um Partisanenkrieg und nicht um Kriminalität. Frankreich, die USA, Russland und vermutlich der gesamte Rest der Welt treffen ebenfalls genau diese Wertung, die der wegeconBLOG  ausnahmslos als wirklich „alternativlos“ betrachtet.

Partisanen sind im Allgemeinen nur mit leichten Waffen ausgerüstet. Zu ihren Kampfmethoden zählen Sabotage, Spionage, Angriffe auf kleinere militärische Verbände des Feindes und Bekämpfung von Kollaborateuren. Sie operieren meistens aus der Deckung einer Zivilbevölkerung heraus,  binden reguläre Truppen und sind nur schwer greifbar, insbesondere aufgrund ihrer oft genauen Ortskenntnis und der Möglichkeit, in der Bevölkerung unterzutauchen. (Wikipedia)

Dem IS kommt der aus Gründen der political correctness heraus gewählte Ansatz, es handele sich um Kriminalität, die mit Mitteln der Polizei, der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes sowie der EU-weiten Vernetzung von Ermittlungsbehörden zu entgegnen sei, entgegen. Die europäischen Staaten verschließen vor der Realität die Augen: was ich nicht sehe, ist nicht da.

Die Frage: „Wie bekämpft man Partisanen im Europa des Jahres 2015/2016?“ wagt man nicht zu stellen, weil man die Antwort fürchtet.

Statt dessen versucht man es mit einer Kombination polizeilicher und nachrichtendienstlicher Mittel, die -im Gegensatz zum IS- schnell an Grenzen stoßen:

  • faktisch gibt es keinen gesamteuropäischen Informationsaustausch
  • illegal eindringende Ausländer, fälschlicherweise als „Flüchtlinge“ bezeichnet, und damit Teile der IS-Truppen, wurden bei  der „Einreise“ weder kontrolliert noch erfasst. Keine Daten – kein Datenaustausch.
  • in Brüssel beispielsweise wird generell kaum kontrolliert, wer wo wohnt, den Spitznamen Belgistan trägt es zu Recht. In Deutschland konnte man sich jahrelang anmelden, wo es beliebte, Unterlagen vom Vermieter verlangte die Meldebehörde nicht.
  • Bezogen auf high tec Kommunikationsmittel sind die Behörden völlig überfordert, es fehlt an grundlegendem Verständnis für Kommunikationstechnik, es fehlt an Informatikern, Mathematiker, an Finanzen uvm.
  • Sie verrichten nun ihr Werk – der IS tut, was er kann – niemand handelt gegen seine innere Logik – und dies hat zunächst wirklich nichts mit dem Islam zu tun sondern dient primär militärischen Zwecken.
  • Der Kampf gegen den IS lässt sich nicht mit einer Gesetzesänderung, etwa beim Asylrecht, ändern. Genauso wenig hätte man Hitler mit einer Depesche aus London zur Vernunft rufen können.
  • Die Sozialisation und Psyche des Kriegsgegners steht der westlichen Philosophie diametral entgegen: Höchstes Ziel des männlichen Moslems ist der Märtyrertod, der Hauptgrund, warum in Idomeni wieder besseren Wissens so viele Moslems ausharren. Dies zu verstehen ist oberstes Gebot der Stunde.

Die schonungslose Analyse des Rahmens, in dem die kriegerischen Handlungen des IS auf europäischem Gebiet stattfinden, ist zwingend erforderliche Basis für jedwede Gegenstrategie. Zu ignorieren, dass in diesem Jahrtausend entweder ganz überwiegend islamisch geprägte Staaten an Kriegen beteiligt sind oder Vertreter islamischer Ideologien untereinander kriegerische Auseinandersetzungen provozieren, ist wenig hilfreich.

Russland an seiner Südflanke, Europa an seiner Süd- und Südostflanke, diverse Staaten in Afrika, die USA seit 9/11, der moslemreichste Staat in Südostasien, alle werden -egal ob selbst islamisch oder nicht- durch verschiedene Spielarten des Islam bedroht. Saudi Arabien hat mehr Angst vor dem ebenfalls moslemischen Land Iran als vor Israel, den USA und Russland zusammen.

Politik und Fachleute sind aufgefordert, eine einzige Frage zu beantworten:

Wie gewinnt Europa den Partisanenkrieg nicht nur gegen den IS?

Eine Antwort ist bereits sicher: Wir werden den Partisanenkrieg nicht gewinnen, wenn wir Krieg, Terror, innerarabische Konflikte und kriminelle nordafrikanische Banden als Bereicherung betrachten und in Europa siedeln lassen.

siehe auch: Wie man IS-Angriffe in Deutschland voraussagt