ISIS Kommunikation: Orbot, Telegram, Signal & Co.

2016 wurden durch die pakistanische National Investigation Agency diverse IS-Kämpfer gefangen genommen. Die Auswertung der sichergestellten Mobilfunkgeräte und Computer der Islamisten führte zu Namen von radikalen Islam-Predigern wie

  • Anwar Awlaki
  • Abdul Sami Qasmi
  • Meraj Rabbani
  • Tausif ur Rehman
  • Jerjees Ansari
  • Zakir Naik

sowie zu der Feststellung, dass die Islamisten Bajans (islam. Foren) und Propagandamagazine wie Dabiq intensiv nutzen. „ISIS Kommunikation: Orbot, Telegram, Signal & Co.“ weiterlesen

Nordkoreas Cyberwar-Fähigkeiten

Nordkorea ist in den Verdacht geraten, den Sony-Konzern gehackt und in der Folge erpresst zu haben. Nordkorea soll damit immerhin die Zensur eines Spielfilmes in den USA erreicht haben. Ein ziemlich einmaliger Vorgang, den Präsident Obama gestern scharf verurteilte. Die US-Bundespolizei FBI hat die Regierung in Nordkorea offiziell des Hackerangriffs auf Sony Pictures beschuldigt.

Die Zahl der professionellen Hacker in Nordkorea dürfte zwischen 1.000 und 3.000 liegen, jedenfalls nannte diese Zahlen vor drei Jahren ein Überläufer. Nordkorea bildet Hacker in Eliteunis in Hamhung aus, um Angriffe aus dem Cyberspace zu starten, häufigstes Opfer ist Südkorea. Einige Studenten werden auch nach China oder Russland geschickt. Cyberwar ist für das verarmte Nordkorea verglichen mit dem Bau einer Atombombe eine unglaubliche preiswerte Art der Kriegsführung.

Neben Fachpersonal zum Hacken, den Hackern, benötigt der Angreifer Zugang zu den Computern seines Opfers. Dies kann durch Agenten vor Ort, in den Serverräumen von Sony, erfolgt sein, oder eben über das Internet.

Internet in Nordkorea

Nordkoreas Anbindung  ans Internet ist so einzigartig wie vieles andere in dem Land auch. Das Land betreibt innerhalb seiner Grenzen ein eigenes Netzwerk, quasi ein internes Internet.  Die meisten Bürger mit Zugang zu Computern dürfen nur in diesem Netzwerk kommunizieren. Um mit dem globalen Internet kommunizieren zu können, muss man schon als Regierungsvertreter, Besucher oder Journalist besondere Privilegien genießen.

Der gesamte Datenverkehr in und aus Nordkorea läuft über China. Als Backup gibt es Satellitenverbindungen. Der zugewiesene nordkoreanische Netzwerkbereich ist 175.45.176.0/22. Nordkorea hat ein sehr kleines Internet: vier nordkoreanische Netze werden von dem einzigen Internet-Dienstanbieter Stern verwaltet. Eine Logdatei eines Scans von Teilen des nordkoreanischen Internets finden Sie hier.

Der Cyberwar

Nordkorea wiederum behauptet,  die USA und Südkorea hätten mit einem Cyberwar gegen das Land begonnen, um „die subversiven Aktivitäten und Sabotage gegen die Demokratische Volksrepublik Korea [Demokratische Volksrepublik Korea] zu intensivieren.“ Nordkorea droht wegen der Anschuldigungen rund um die Hackeraktivitäten den USA unverhohlen mit Krieg. Ein kommunikatives Desaster, möchte der westliche Beobachter meinen.

Von außerhalb des Landes erreicht man nur eine sehr kleine Anzahl von nordkoreanischen Webseiten. Ein Beispiel ist die Zeitung Rodong Sinmun, deren Seite nutzt PHP und CentOS 5 mit einem abgelaufenen, selbst signierten, HTTPS-Zertifikat.

Red Star OS

Als Betriebssystem gibt es in Nordkorea die Eigenentwicklung Red Star OS (dt.: „Roter-Stern-Betriebssystem“). Es handelt sich um ein auf Linux basiertem Betriebssystem, das in Nordkorea ab 2002 entwickelt wurde, um nicht mehr von den bis dahin verwendeten englischsprachigen Windows-Versionen abhängig zu sein. Die aktuelle Version 3.0 ist seit Sommer 2013 in koreanischer Sprache verfügbar.

Für die Entwicklung von Red Star OS ist das Korea Computer Center verantwortlich. Das Korea Computer Center, kurz KCC, ist ein am 24. Oktober 1990 gegründetes staatliches Forschungsinstitut für Informationstechnologie in Nordkorea. Das KCC beschäftigt über 1000 Mitarbeiter und betreibt Niederlassungen in Deutschland, China, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Institut  verwaltet die .kp Top-Level-Domain.

Quelle: Staatliche Propaganda, de.wikipedia.org

Quellen: DYN, Süddeutsche Zeitung, N24,