Kreative Twitteruser reanimieren Zensuropfer Kolja Bonke

Seitdem Kolja Bonke auf Twitter gesperrt ist und seine Kommunikation über Gab (gab.ai) führt, wurden seine satirischen Bemerkungen auf dem Microblogdienst Twitter von vielen Usern vermißt.

Jetzt erlebt Bonke auf Twitter sein Revival. Von einem „Bonke-Spiegel“ werden seine Texte und Links 1:1 nach Twitter gespiegelt, wo man sie dann wiederum innerhalb Twitter retweeten, kommentieren oder favoritisieren kann. Wer sich hinter diesem Account verbirgt, ist uns nicht bekannt.

Ein kleiner Sieg für die Meinungsfreiheit, die der Zensur in diesem Fall ein Schnippchen geschlagen hat.

Neuanmeldungen auf gab.ai in Deutschland explodieren, wir haben die konkreten Zahlen. Wann reagiert die Twitter Aktie?

Offenbar aufgrund der vom Justizministerium im Vorgriff auf das Netzdurchsetzungsgesetz geforderten Zensurmaßnahmen in sozialen Medien im Internet explodieren beim zensurfreien gab.ai die Zahlen für Neuanmeldungen und Nutzung – und das sogar im weltweiten Vergleich. Das dürfte absolut neu sein. „Neuanmeldungen auf gab.ai in Deutschland explodieren, wir haben die konkreten Zahlen. Wann reagiert die Twitter Aktie?“ weiterlesen

Zensur und kein Rechtsschutz durch Gerichte – wie in Deutschland Grundrechte geschliffen werden – Vorbild Türkei?

Mit galoppierender Geschwindigkeit wird seitens der Regierung unter tätiger Mithilfe einiger sozialer Netzwerke und privaten Interessenvertretungen in Deutschland die Meinungsfreiheit eingeschränkt.

Sperrungen von unliebsamen Usern auf Twitter oder Facebook, Löschungen von Meinungsäußerungen ohne strafrechtliche Relevanz und die Unterdrückung von Meinungsäußerungen gezielt in Deutschland sind zur  schlechten Gewohnheit geworden – ohne dass für die Betroffenen ein Rechtsweg offensteht.

Wir brauchen einen Rechtsweg im Falle von Sperrungen durch die Anbieter sozialer Medien oder durch staatliche Stellen.

Das Justizministerium sollte sich nicht mit Überwachungsmaßnahmen wie dem Netzdurchsetzungsgesetz beschäftigen sondern einen Gesetzesentwurf einbringen, der es von Kommunikationssperren betroffenen Bürgern zumindest in Deutschland ermöglicht, dagegen vorzugehen. „Zensur und kein Rechtsschutz durch Gerichte – wie in Deutschland Grundrechte geschliffen werden – Vorbild Türkei?“ weiterlesen

Zustände wie in China oder der Türkei: immer mehr Zensur in den deutschsprachigen sozialen Medien

„Withheld“-Accounts wie diesen Twitter-Account von „HartesGeld“ sieht man seit kurzem immer häufiger in den sozialen Medien in Deutschland: withheld (unterdrückt) in Deutschland. Die Informationen, die diese Personen anbieten, werden von Twitter in Deutschland nicht mehr öffentlich angeboten, sie werden gefiltert und somit zensiert. Wir halten das für grundrechtswidrig. „Zustände wie in China oder der Türkei: immer mehr Zensur in den deutschsprachigen sozialen Medien“ weiterlesen

Maas und das Ende des Rechtsstaates: Twitter zensiert bereits Karrikaturen

Das soziale Nachrichtennetzwerk Twitter hat begonnen, exklusiv für die Bundesregierung und nur in Deutschland Inhalte zu blocken. „Maas und das Ende des Rechtsstaates: Twitter zensiert bereits Karrikaturen“ weiterlesen

Eine Zensur soll stattfinden: durch Correctiv.org bei Facebook

Die us-amerikanische Firma Facebook will den Wahrheitsgehalt von Beiträgen in Deutschland vom Recherchezentrum Correctiv prüfen lassen. Beiträge, die von Nutzern als Falschmeldung gemeldet werden, sollen von der stiftungsfinanzierten gGmbH überprüft werden. Correctiv.org entscheidet dann, ob es es um fake news handelt oder nicht. Meint Correctiv, die Information wäre eine fake news, wird sie nicht gelöscht sondern mit einem Warnhinweis versehen. „Eine Zensur soll stattfinden: durch Correctiv.org bei Facebook“ weiterlesen

Zensur II im Appstore: Apple entfernt Ephemeral+ App

Nach der Metadata+ App wurde von Apple nun auch die Ephemeral+ App aus dem Appstore entfernt. Als Grund nannte Apple ebenfalls einen „übertrieben geschmacklosen oder verwerflichen Inhalt“.ephemeral

Ephemeral+ war quasi die Backup-App für Metadata+. Sie lieferte die gleichen Funktionalitäten wie Metadaten + . Die Nachricht über einen tödlichen Drohnenangriff wird von Apple als anstößig wahrgenommen und würde gegen die Regel im Appstore verstoßen.

Apps, die sich „Mädchen-Furze“ oder „Furze gegen Zombies“ oder auch nur „Furze“ nennen empfindet man in Cupertino als nicht anstößig. Vielleicht sollte der Entwickler der Metadata+ und Ephemeral+ App in Erwägung ziehen, eine „Furze gegen Drohnen“ App zu veröffentlichen.

farts
Apple Appstore 1.10.2015

Alpha-Kevin: Internetzensur

Alljährlich veranstaltet der Langenscheidt Verlag mit Partnern die online Abstimmung zum „Jugendwort des Jahres“. Der Verlag wirbt für die Abstimmung damit, ein Spiegel der Sprache zu sein – ohne Wertung. Bis zum 24. Juli 2015 führte „Alpha-Kevin“ als Synonym für „den Dümmsten von allen“ die Abstimmung an. Das Ergebnis wurde nun durch den Verlag zensiert. Als Grund für die Selbstzensur teilt Langenscheidt mit, „es lag uns fern, konkrete Personen zu diskriminieren“. Folgt man Langenscheidt, dürfe Satire zukünftig keine Namen mehr verwenden.

Jetzt steht „merkeln“ an erster Stelle der Abstimmung. „merkeln“ erscheint Langenscheidt also nicht geeignet, eine konkrete Person zu diskriminieren. Tendenziöser kann man öffentliche Abstimmungen nicht mehr manipulieren. Es soll Zeiten gegeben haben, in denen Verlagen Werte wie Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Freiheit der Satire, Pressefreiheit, ja Freiheit überhaupt wichtig gewesen waren. Bei Langenscheidt scheint der Begriff der Freiheit nur noch Geschichte zu sein.

http://www.jugendwort.de/

Traumstart nach Cyberwar um „The Interview“

Nicht nur „Sex sells“, auch „Cyberwar sells“.

Nachdem die Nordkorea-Komödie „The Interview“ wegen der Hackerangriffe gegen das Filmstudio Sony Pictures und den nachfolgenden Terror-Drohungen aus Nordkorea erst gar nicht gezeigt werden sollte, hat sich nach dem Machtwort von Präsident Obama („Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben“) sich der Film innerhalb weniger Tage zum Online-Besteller entwickelt.

The Interview, Sony Pictures, https://www.seetheinterview.com/
The Interview, Sony Pictures, https://www.seetheinterview.com/

Die Komödie um die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Un hat vom 24.12.2014 bis 27.12.2014 im Wesentlichen online rund 15 Millionen Dollar eingespielt.

In deutsche Kinos soll „The Interview“ am 5.2.2015 kommen.

Quelle: DeadlineThe Interview

 

Das Grauen in Bildern und Videos

Vorab: hier werden keine unangemessenen Bilder gezeigt, die Aufnahmen sind dort, wo sie Grauen erregende Abbildungen zeigen, vom wegecon Blog verwischt worden. Wer aus wissenschaftlichen oder anderen sachlich nachvollziehbaren Gründen an den Originalen der Bilder interessiert ist, wende sich unter wegecon an diesen Blog. Alle Bilder und Videos sind mit jedem PC abrufbar.

Freiheit im Internet, Freiheit von Zensur im weltweiten Netz ist ein Postulat, welches nicht nur Netzaktivisten, Demokratiebewegte und liberal denkende Menschen immer wieder und sicher nicht zu Unrecht fordern.  Soll das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und ungefilterte Kommunikation jedwede textliche oder bildliche Darstellung umfassen. Soll jede Information jedem, auch Kindern und Jugendlichen, zugänglich sein? Sind nur die Eltern dafür verantwortlich, ihren Kindern den Konsum grauenhaftester Darstellungen zu ersparen?

Das Internet ist voll von abstossenden, grauenhaften, menschenverachtenden Darstellungen in Form von Bildern, Filmen, Animationen, Comics und Texten. Und hier funktioniert das altbekannte und von den Nettis der ersten Stunde geliebte Prinzip des hierarchisch flachen Internet (alle Inhalte stehen gleichwertig nebeneinander). Die hier gezeigten Bilder und Videos stammen nicht aus dem „Dark Net“, dem von Google und Co. aus unsichtbaren Teil des Internet, jeder kann sie sich ohne weiteres ansehen, man braucht keinen Zugangscode, keine besondere Hard- oder Software.

So kann ein Schüler, dessen Browser-Standardeinstellungen nicht verändert wurden (keine jugendgefährdenden Inhalte: an)  beim Suchen eines politischen Beitrages über Ostafrika für seine Hausarbeiten unvermittelt dieses Bild sehen:

Dmohamed-omar-ismael
Das Bild zeigt einen verurteilten Straftäter im Sudan. Ihm wird in der Öffentlichkeit zur Strafe die Hand abgeschnitten und die abgeschnittene Hand wird sodann der Menge präsentiert.

Quelle: https://koptisch.files.tld/foo/bar/filename.jpg

Offensichtlich um die Öffentlichkeit von der Grausamkeit der Gegners zu überzeugen, werden schwerste Kriegsverletzungen, in der Totale, scharfe Bilder mit exakter Darstellung, nicht verfremdet, dem User auf gebräuchlichen Nachrichtenseiten von Anbietern aus Ländern der westlichen Welt zugemutet:

Das Bild zeigt ein männliches Kriegsopfer, dessen Kopf und Teile des Brustkorbs durch Gewalteinwirkung (Splitter?) abgetrennt wurde. Die Aufnahme ist geeignet, Traumatisierungen auszulösen.
Das Bild zeigt ein männliches Kriegsopfer, dessen Kopf und Teile des Brustkorbs durch Gewalteinwirkung (Splitter?) abgetrennt wurde. Die Aufnahme ist geeignet, Traumatisierungen auszulösen.

Quelle: Twitter

Ein weiteres Beispiel: niedergemetzelte Kinder, gezeigt werden vermutlich die Brutalität Israels als „Kindermörder“ . Die unzensierten Aufnahmen sind in besonderem Maße geeignet, den Betrachter zu verstören, weniger aber dafür, ihn zu sensibilisieren.

vier Segmente: oben links: 4 tote Kinder auf Boden, vom Staub einstürzender Häuser grau oben rechts: Mann (Vater?) trägt blutendes, offenbar totes Kind unten links: totes Kind auf Trage, Gesicht detailliert abgebildet unten rechts: 4 Tote Kinder auf Boden eines Sanitärraumes
vier Segmente:
oben links: 4 tote Kinder auf Boden, vom Staub einstürzender Häuser grau
oben rechts: Mann (Vater?) trägt blutendes, offenbar totes Kind
unten links: totes Kind auf Trage, Gesicht detailliert abgebildet
unten rechts: 4 Tote Kinder auf Boden eines Sanitärraumes

Quelle: Twitter #gazaunderattack

Nicht nur Bilder, auch Videofilme schrecken vor keiner Gewaltdarstellung zurück. Das Spektrum der Dastellungen umfasst auch Polizeigewalt bzw. die minutenlange Darstellung schreiender, völlig verängstigter, leidender Kleinkinder und Grundschulkinder, deren Gesichter wie die ihrer Eltern scharf erkennbar sind:

Kinder schreien panisch während die Polizei martialisch auftritt.
Kinder schreien minutenlang panisch während die Polizei martialisch auftritt, immer wieder Großaufnahmen der Gesichter der Kinder und Frauen.

Wo Kinder, Jugendliche und alle anderen weltweit Video schauen: ohne Kreditkarte oder speziellen Zugangsdaten findest sich hier Vergewaltigungsszenen, ein Stichwort genügt und das Internet zeigt ungefiltert extreme Gräultaten.

Video: Mann übt brutale Gewalt gegen Frau aus incl. Vergewaltigungsszene
Video: Mann übt brutale Gewalt gegen Frau aus incl. Vergewaltigungsszene

Die beiden folgenden Bilder würde man nicht einmal angehenden Brandortermittlern ohne einleitende Worte zeigen. Über das Netz stehen sie unter dem vielfach aufgerufenem Hashtag #ukraineunderattack jedem zur Verfügung. Die politische Aussagekraft ist gering, die emotionale erschreckend.

Brandleiche, Blick ins völlig verkohlte Gesicht, aufgerissener Mund, selbst Mundhöhle und Rachen sind verbrannt.
Brandleiche, Blick ins völlig verkohlte Gesicht, aufgerissener Mund, selbst Mundhöhle und Rachen sind verbrannt.

Eine Homepage des „russischen Facebooks“, vkontakte, zeigt einen sterbenden Zivilisten, der in eine kriegerische Auseinandersetzung geraten ist:

Zivilist wurde vermutlich von einer Granate getroffen, während er Fahrrad furh. Offener Bauch, rechter Arm in Höhe der Mitte des Oberarmknochens komplett abgetrennt. Sterbend, konnte den anderen Arm noch vor's Gesicht legen.
Zivilist wurde vermutlich von einer Granate getroffen, während er Fahrrad fuhr. Offener Bauch, rechter Arm in Höhe der Mitte des Oberarmknochens komplett abgetrennt. Sterbend, konnte den anderen Arm noch vor’s Gesicht legen.

Allen Fotos und Videos haben Gemeinsamkeiten:

  • geringer Informationsgehalt
  • rufen heftige emotionale Erregungen vor (Grauen, Angst, Panik, Ekel)
  • werden häufig im Internet aufgerufen (offenbar besteht tatsächlich ein Bedarf nach derartigen Abbildungen)

Der wegecon BLOG denkt: es ist Zeit, dass sich Öffentlichkei, Politik, Medien, Fotografen, Autoren, Jugendsozialarbeiter und viele andere Gedanken und Vorschläge zum Thema machen.

Wie soll mit Darstellungen extremer Gewalt umgegangen werden? Twittert eure Meinungen zum Hashtag #gewaltimnetz .